Sepp Rachbauer und seine Kinder haben „Diesel im Blut“.
1964
Den Anfang nahm alles vor über 50 Jahren. Die Idee, eine eigene Firma im Transportgewerbe zu gründen, hatte Sepp Rachbauer sen. allerdings schon viel früher. Bereits in seiner Jugend arbeitete er mit Fuhrwerken. Damals musste er die Baumstämme mit dem Pferdewagen in das Sägewerk transportieren. Nicht immer leicht, aber schön – wie er seinen Kindern oft erzählte. Später kam der gebürtige Innviertler nach Salzburg – in die „große Stadt“ und wo er bei den Busunternehmen Stöllinger und Marazeck tätig war. Sein Leben war also damals schon davon bestimmt, irgendetwas oder irgendjemanden zu transportieren. Und mit jugendlichem Unternehmergeist und dem Drang selbständig zu werden, gründete er gemeinsam mit seiner Frau 1964 die eigene Firma.
Damals kaufte Sepp Rachbauer sen. den ersten Lastwagen, das heißt, eigentlich hat er ihn selbst zusammengebaut. Die Karosserie stammte von einem Schrottplatz, den Motor und alles andere hatte er in tagelanger Kleinarbeit selbst eingebaut. Auf einen Teil der LKWs wurden Ladekräne für Baustellen- und Maschinentransporte montiert. Zusätzlich wurden Sattelzugmaschinen mit und ohne Kräne angeschafft. Neue Auflieger und Tiefbett-Auflieger für Sondertransporte wurden gekauft, um auch im Spezialgebiet der Schwertransporte Fuß zu fassen. Die Rachbauer-Söhne, Sepp jun., Wolfgang, Helmuth, und Tochter Ingrid wuchsen somit zwischen Werkstätte und Beifahrersitz auf und lernten das Transportgeschäft von der Pike auf kennen. „Wenn die Schulkollegen mit Plastikkränen spielten, durften wir unserem Vater beim Kranschmieren helfen – was besonders aufregend war, denn da durften wir den hydraulischen Kran selber lenken. Und sobald die Füße zum Gaspedal reichten, lernten wir das LKW-Fahren.“ so Helmuth Rachbauer.
1995
Der Familienbetrieb wurde immer größer bis man 1995 beschloss, das Unternehmen in zwei Sparten zu teilen: Ingrid, Helmuth und Wolfgang übernahmen die Sparte „Rachbauer-Kran“, Sepp jun. übernahm die Sparte „Rachbauer-Sondertransporte“. Beide Sparten wurden als eigene Unternehmen organisiert, wobei man immer Wert auf Synergieeffekte legte. Bei vielen Sondertransporten müssen die Schwerst-Lasten mit großen Kränen auf die LKWs gehoben werden und da kommt es – zur Freude der Geschwister Rachbauer – schon manchmal vor, dass es irgendwo in Österreich zu einem „Geschwistertreffen“ kommt. Die Haupteinsatzgebiete von Rachbauer-Kran liegen vor allem in den Bereichen Kran-, Transport- und Container-Logistik. Besonders stolz ist Ingrid Rachbauer, Geschäftsführerin von Rachbauer-Kran, auf die Tatsache, dass es kein großes Bauvorhaben in Salzburg gibt, bei dem nicht Rachbauer-Kran im Einsatz ist: „Egal ob Europark, Salzburg-Arena oder WM-Stadion – überall dort, wo besonderes Know-How gefragt ist, führt kein Weg an uns vorbei. „Kundenorientierung ist das oberste Prinzip bei den Geschwistern Rachbauer. „Einen LKW lenken oder einen Kran bedienen, das können viele, wir können unseren Kunden jedoch ein Gesamtpaket bieten. Dazu gehören eine Baustellenbesichtigung mit dem Kunden und die Auswahl des geeigneten Schwerlast-Kranes genauso wie eine ordentliche Verkehrsabsicherung und eine effiziente, saubere Auftragsabwicklung.“ Helmuth Rachbauer ist so zu sagen das „technische Superhirn“ hinter der Kranflotte. „Wir haben in den letzten Jahren wiederholt unsere Marktführerschaft bei Schwerlast-Kranfahrzeugen unter Beweis gestellt. Sowohl mit unserem 92 m/to – Kran als auch mit unserem 135 m/to – Kran haben wir neue Maßstäbe in dieser Branche in Österreich gesetzt und derzeit arbeiten wir mit unseren italienischen Partnern an der Konzeption eines 220 m/to – Kranfahrzeuges. Bis dato ist uns nicht bekannt, dass es einen solchen Aufbau auf einem LKW in Österreich gibt. Nach dem Tod von Sepp Rachbauer sen. beleben die 3 Söhne und Tochter Ingrid die Branche. Oft wird Ingrid, die bereits mit 23 Jahren Geschäftsführerin und Herrin über zwölf Schwerlast-Kräne war, gefragt, ob sie sich nicht in der lokalen Politik engagieren möchte, als erfolgreiche Unternehmerin, das würde gut ankommen. Ingrid hat bis jetzt dankend abgelehnt: „Nein, das ist nichts für uns. Wir sind Unternehmer, wir verstehen unseren Job und wir sind erfolgreich unterwegs. Und darauf wollen wir uns auch weiterhin konzentrieren. Um in dieser Branche Erfolg zu haben, muss man Vorreiter von interessanten Neuheiten sein.“
2007
Wir waren vor 15 Jahren schon das erste Unternehmen in Salzburg, dass ein JIB-Gelenk bei Schwerlast-Ladekränen zum Einsatz brachte und heute versuchen wir auch immer wieder, die Marktlücken zu suchen und dementsprechend zu investieren“, berichtet Helmuth Rachbauer. Somit haben wir 2007 einen weiteren Schwerlast-Ladekran mit einem speziellen negativen Knickbereich entworfen, welcher dann 2008 übernommen und ein Teil unseres Fuhrparks wurde. Um den Bereich Transport-Logistik mit den Maschinentransporten und Baustellenübersiedelungen besser einteilen zu können, haben wir uns 2009 entschlossen, eine neue 3-achs Zugmaschine mit einem nachgelenkten Semi-Tieflader anzuschaffen. Die Kombination von diesem neuen Fahrzeug und einem Hängerzug mit Ladekran ist sehr gefragt für Transporte in ganz Österreich. Besonders stolz sind wir auf unsere neueste Errungenschaft, welche seit Sommer 2010 im Einsatz bei Rachbauer-Kran ist. Der neue Mobilbaukran MK 88 ist ein straßentauglicher Turmdrehkran. Er ist besonders geeignet für Kurzeinsätze, da er in 20 Minuten aufgebaut und einsatzbereit ist und man benötigt auch keinen zusätzlichen Ballasttransport. „Dies wird sicher nicht unsere letzte Investition sein, denn man muss dem Kunden immer Neuheiten bieten“, erläutert Ingrid Rachbauer.





